Handwerk trifft Schule

Handwerk trifft Schule

Eine Initiative des Gewerbe- und Handelsvereins Kupferzell in Zusammenarbeit mit der JFM Schule der Gemeinde Kupferzell und GHV Mitgliedern am 23. Oktober 2018.

 

 

 

 

 „Auch mein Berufsleben begann mit einer Lehre“, beginnt Bürgermeister Joachim Schaaf seine Begrüßung der Achtklässler in der Aula der Johann Friedrich Mayer Schule zu „Handwerk trifft  Schule“, einer Initiative des GHV Kupferzell mit der Kupferzeller Gemeinschaftsschule.

Das Ziel der Initiative ist es die Schülerinnen und Schüler in der Berufsorientierung zu unterstützen und dabei Einblicke in die Handwerksbetriebe vor Ort zu gewähren. Denn gerade im Handwerk gibt zahlreiche spannende Ausbildungsplätze mit interessanten Karriereperspektiven. Denn eine gute Karriere kann mit einer Lehre beginnen.

 

 

 

 

So begann auch die Karriere bei Katharina Kober und Mathieu Schuhmacher mit einer Ausbildung. Beide arbeiten nach ihrer Lehre und anschließendem Studium der Holztechnik heute bei der weltweit operierenden Firma Lignum Consulting. Der Erfolg dieser Beratungsfirma für die internationale Holz- und Möbelindustrie hängt wahrscheinlich unter anderem daran, dass nur Mitarbeiter eingestellt werden, die vor ihrem Studium eine handwerkliche Lehre absolviert haben. Denn diese wissen dann auch wirklich, was sie tun. In ihrem kurzen Vortrag erzählten die beiden, wie sie ihren Weg von Abitur über Ausbildung und Studium gegangen sind und ermutigten dabei die Schüler, nach der Schule zuerst mit einer Ausbildung anzufangen. Denn danach stehen alle Wege offen und man sei auch während dem Studium deutlich motivierter. Außerdem mache man während der Ausbildung tolle Sachen und so hält Frau Kober stolz ein edles Schachbrett in die Höhe, welches sie selbst gemacht hat.

 

 

 

 

„Willst du in deinem Beruf glücklich sein?“ fragt Alexander F. Kufner, Buchautor, Hochschullehrer und wissenschaftlicher Begleiter der Initiative die Schüler und bringt damit das Wesentliche auf den Punkt: „Glücklich sind die Menschen, die im Beruf ihre Interessen und Stärken ausleben können. Das kann sowohl ein akademischer als auch ein handwerklicher Beruf sein. Denn zu denken, man würde nur durch ein Studium erfolgreich und glücklich, ist ein Trugschluss. Es gibt viele Studierende, die unglücklich in den Universitäten und Hochschulen sitzen und teilweise frustriert abbrechen. Nicht jedem liegt das ewige Pauken oder ein klassischer Schreibtischjob. Also besser auf das Herz hören, die eigenen Stärken bedenken und in Handwerksberufe schnuppern. Denn nur wegen dem Geld zu studieren, ist eine trügerisch Motivation. So verrät zum Beispiel die Firma Stauch den besuchenden Gruppen, dass ein guter Polier oft mehr verdient als ein studierter Architekt oder Ingenieur.

 

 

Doch an diesem Tag ging es nicht in erster Linie um Reden, sondern um Handeln – ganz wie es sich fürs Handwerk gehört und so schloss Rektor Markus Autenrieth die Auftaktveranstaltung mit den Worten: „Genug des Redens“ und entsendete die Schüler zu den Betrieben.

Jeder Schüler durfte sich an diesem Tag drei Unternehmen aussuchen, die er besuchen möchte. Zur Auswahl standen das Bauunternehmen Stauch Bau GmbH, das Möbelunternehmen Möbel Müller e.K., der Heizungs- und Sanitärspezialist Sauter, der Kälte- und Klimaspezialist Kratschmayer und das Befestigungsunternehmen Mefa. Vor Ort gab es dann exklusive Einblicke in die Unternehmen und deren Berufsbilder sowie interessante Stationen, wo handwerkliches Geschick gefragt war. Dazu konnten die Schüler die Ausbildungsleiter oder Unternehmer mit allen Fragen löchern.

 

So wurde bei der Fa. Sauter Rohre geschnitten geschweißt und gepresst. Ein Erlebnis der besonderen Art war, wie es sich anfühlt, wenn man einen riesigen Kran selbst per Fernsteuerung bewegt.


Bei der Stauch Bau GmbH wurde Stahl gebunden und die so entstandene Bewehrung in eine vorgerichtete Schalung eingebracht.

Einen persönlichen Handyhalter aus Holz konnten sich die Schüler bei Möbel Müller aus profilierten Rohlingen fertigen mit frohem Sägen, feilen und Ölen.

Digitalisierung im Einklang mit Handwerk erlebten die Schüler in einem kurzweiligen Rundgang durch die Produktionsstätten bei MEFA.

 

 

 

 

Bei der Fa. Kratschmayer ging es um das Thema Glück und so wurden die Achtklässler zum Bau eines Glücksrades angeleitet. Selbstverständlich mit Schweißen sowie Elementen und Verbindungen, die in der Kältetechnik verwendet werden.

 

Wie es sich für Arbeitende gehört, wurde auch eine Vesperpause mit Leberkäswecken eingelegt, welche vom GHV gesponsert und zur allgemeinen Erleichterung aller nicht im eisigen Herbstwind, sondern in der beheizten Halle der Firma Sauter durchgeführt wurde.

 

Am Ende konnten die gut 70 Schüler auf einen spannenden und ereignisreichen Tag in Kupferzell zurückblicken. Dabei bekamen die einen neue Anregungen für ihren beruflichen Lebensweg und konnten neue Ausbildungsberufe in ihre Karriere-Überlegungen aufnehmen, anderen hingegen können nun getrost Berufe oder Dinge ausschließen, die gar nicht zu ihnen passen.

 

Beteiligte Unternehmen

 

Bauunternehmen Stauch Bau GmbH, das Möbelunternehmen Möbel Müller e.K., der Heizungs- und Sanitärspezialist Martin Sauter Heizungstechnik GmbH, der Kälte- und Klimaspezialist Kratschmayer Kälte-Klima-Lüftung GmbH, das Befestigungsunternehmen Mefa Befestigungs- und Montagesysteme-GmbH, Lignum Consulting GmbH und die Talentjäger GmbH.

 

Der 23. Oktober 2018 war ein gelungener Tag! Mein Dank gilt der Johann-Friedrich-Mayer Schule, der Gemeinde Kupferzell den beteiligten Unternehmen, welche diesen Tag ermöglicht haben und Alexander Kufner, der uns beratend und helfend zur Seite stand.

 

Werner Tafel

 

Herr Autenrieth und die beteiligten Schüler äußerten sich sehr zufrieden über die Aktion. Die Schule freut sich über eine Wiederholung im nächsten Jahr! Ich bedanke mich nochmals herzlich bei den Akteuren.

 

Werner Tafel

1. Vorsitzender GHV

 

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